Asien-Expertin Katja Walter in Indien


Asien-Expertin Katja Walter in Indien

Indien vereint die Vielfalt eines Kontinents. Das konnte auch Katja Walter bei ihrer Reise, die sie in ganz unterschiedliche Städte und Regionen führte, auf ein Neues erleben.

Indien ist im Umbruch, das spüre ich auf dieser Reise sehr deutlich. Die Hauptstadt Delhi etwa ist seit meinem letzten Besuch vor fünf Jahren sehr viel moderner geworden, das bemerke ich, obwohl ich hier nur eine Nacht einlege, ehe es weiter nach Varanasi geht, in eine der spirituellsten Orte des Subkontinents.

Spirituelles Varanasi

Am Ufer des Ganges finden jeden Abend die sogenannten Aarti-Zeremonien statt. Pilger kommen von überall in die Stadt, um dem rituellen Feueropfer am heiligen Dasaswamedh Ghat in der Nähe des Kashi Vishwanath Tempels beizuwohnen. Gleich zu Beginn meiner Reise bin ich absolut fasziniert vom Geschehen an den Ghats. Manche Hindus kommen gar nach Varanasi, um an diesem heiligen Ort zu sterben und verbrannt zu werden. Die Feuerbestattungen finden öffentlich am Ufer des Ganges statt.  

Bereits als ich mich dem Gangesufer nähere, laufe ich inmitten eines nicht abreißenden Stroms von Pilgern durch die Altstadt, in deren Gassen keine Autos, aber umso mehr Kühe ihre Bahnen ziehen. Die Zeremonie am wichtigsten Ghat, den Stufen am Flussufer, der Stadt wollen so viele Pilger mitverfolgen, dass sie vom Land aus unmöglich alles sehen können. Deswegen verfolgen sie viele der Gläubigen genau wie ich von einem Boot im Ganges aus. Es lohnt sich jedoch auch, etwas flussaufwärts oder abwärts zu schippern, um an einer der kleineren Aarti-Zeremonien, die an den anderen Ghats durchgeführt werden, teilzuhaben. Am Ende zünde ich genau wie die Wallfahrer um mich herum eine Kerze an und lasse sie auf Blütenblättern den Ganges hinab schwimmen.

Spaziergang in Varanasi, Indien Rundreise
Abendliche Ganges Bootsfahrt, Indien Reise

Noch emotionaler als die Atmosphäre am Ganges ist für mich der Besuch des Ashrams Mumukshu Bhawan. Hier verbringen ältere Menschen, die sonst niemanden mehr haben, ihren Lebensabend. Unter der Leitung von hinduistischen Mönchen werden hier außerdem Arme verköstigt, und kostenlose medizinische Hilfe wird angeboten.  

Ein weiteres gemeinnütziges Projekt, das ich in der heiligen Stadt kennenlerne, ist Kiran  ein Zentrum, das behinderten und nicht behinderten Kindern Zugang zu Bildung verschafft. Gegründet wurde das Zentrum von einer Schweizerin, die seit über 40 Jahren in Indien lebt und ihr Leben der Gemeinschaft widmet.

Kolkata, die ehemalige Hauptstadt Britisch Indiens

Mehr über die wohl bekannteste Helferin der Armen, erfahre ich an der nächsten Station meiner Reise, in Kolkata, wo einst Mutter Teresa lebte. Ich besuche ihr Haus, das kleine Zimmer, das sie bewohnte und erfahre im angrenzenden Museum mehr über das beeindruckende Lebenswerk dieser Frau, dessen Ausmaß ich mir vorher nicht bewusst war.

Kolkata ganz im Osten des Landes ist die ehemalige Hauptstadt von Britisch-Indien und als solche den meisten eher unter dem Namen Kalkutta bekannt. Gerade aufgrund ihrer Geschichtsträchtigkeit bin ich überrascht, wie modern sich die Metropole mir präsentiert. Zwar gibt es noch viele alte Gebäude aus der Kolonialzeit, zumeist sind sie aber nicht besonders gut instandgehalten. Dafür gefällt mir der morbide Charme des South Park Street Cemeterys, der rund 250 Jahre alt ist. Sehr viel lebendiger geht es auf der Howrah-Brücke, über die täglich rund fünf Millionen Menschen laufen. Hier spürt man, wie riesig und lebendig Kolkata ist. Die Vorbereitungen zum Durga-Fest, dem Fest zu Ehren der Göttin Durga machen die Stadt noch geschäftiger.

Jain Tempel, Kolkata Rundreise

Rappen über Mahatma Gandhi

Nach zwei Nächten fliege ich vom Osten des Landes weiter in Indiens westlichsten Bundesstaat: Gujarat. Der Ausgangspunkt für meine Erkundung dieser untouristischen Region ist Ahmedabad. Hier wirkte der wahrscheinlich bekannteste Inder: Mahatma Gandhi. Im Gandhi-Ashram erfahre ich nicht nur mehr über sein Leben und Wirken, sondern lerne auch H-Rim kennen, einen indischen Rapper, der hier gerade das Musikvideo zu seinem Song Mahatma Lives dreht. Zum Abendessen kehre ich ins Mirch Masala ein, das gute indische Küche in ausgefallener Atmosphäre serviert – zur Dekoration gehört etwa ein aufgeschnittenes Tuk Tuk.

Milchkuchen und Terrakottapferde: Gujarat

In den nächsten Tagen lasse ich das Stadtleben hinter mir: Gujarat ist vielerorts ländlich geprägt und trotz seiner Nähe zum trockenen Rajasthan erstaunlich grün. Im Gegensatz zu dem Leben in den indischen Städten gehen Veränderungen hier sehr viel langsamer vonstatten, das Leben in den Dörfern folgt einem anderen Rhythmus. Eine Frau, die ihren Lebensunterhalt damit verdient, Milchkuchen zu backen und auf dem Markt zu verkaufen, fasst es folgendermaßen zusammen: Natürlich könnte sie auch doppelt so schnell arbeiten, wenn sie mit beiden Händen gleichzeitig rührte – aber was hätte sie dann den Rest des Tages zu tun?

Von Ahmedabad führt mich meine Reise zunächst zu einer Schule in Mehsana. Bei einem Besuch im Unterricht zeigen die Kinder sich zunächst schüchtern. Später auf dem Schulhof kommen sie jedoch mit einem kleinen Geschenk auf mich zu: einem Freundschaftsband.

Dank meines Gastgebers knüpfe ich an der nächsten Station der Reise sehr viel schneller Kontakt zu den Einheimischen. Ich übernachte im Darbargadh Palace, einem kleinen Heritage-Palasthotel, das von Nachfahren der hiesigen Maharajas betrieben wird. Erst auf der Reise erfahre ich, dass es in Gujarat unzählige von diesen Palästen gibt, manche stark im Verfall begriffen, andere als Hotels wieder hergerichtet.

Von meinem Gastgeber erfahre ich mehr über die Hintergründe lokaler Traditionen wie etwa die der Terrakottapferde, zu denen er mich mit seinem Jeep bringt. Der Stamm der Garasia hat die Tradition, die tönernen Tiere als Opfer darzubringen.

Kinder in Gujarat, Indien Rundreise

Stufenbrunnen und trockenes Land

 Auf dem Weg zur nächsten Station meiner Reise erwarten mich zwei beeindruckende Bauwerke: der reich verzierte Sonnentempel von Modhera und der Stufenbrunnen von Patan. Letzterer ist der berühmteste von mehreren Stufenbrunnen in Gujarat – zwei andere habe ich bereits bei Ahmedabad gesehen –, die einst angelegt wurden, um in der trockenen Region möglichst viel Wasser speichern zu können. Die unterirdischen Bauwerke erfüllten jedoch nicht nur einen praktischen Zweck, sondern sind aufwändig mit filigranen Reliefs  und Statuen verziert – und das obwohl selbst in Trockenzeiten die meisten dieser Verzierungen unter der Wasseroberfläche wohl nicht zu sehen waren.

Von Bajana aus unternehme ich einen Ausflug zur „Little Rann of Kutch“, einer extrem trockenen Region, in der jedoch zahlreiche Khurs, indische Halbesel, leben. Auch rund um Bajana erkunde ich das Dorfleben: „Dörfer“ bestehen hier oft nur aus drei Lehmhütten, davor spielen Kinder, Mütter waschen die Wäsche – indischer Dorfalltag. Nicht ganz so alltäglich geht es bei meiner Erkundung rund um Muli zu: Hier werden wir bereits im zweiten Dorf mit Trommelklängen empfangen. Es muss sich herumgesprochen haben, dass wir mit dem Sohn des Maharajas unterwegs sind. Ich finde es faszinierend, wie viel Wert noch auf solche Traditionen gelegt wird – auch wenn die Familie des Maharajas inzwischen ein Palasthotel für Menschen wie mich betreibt, ist sie in den umliegenden Dörfern hoch angesehen. Den Nachmittag verbringe ich damit, mit Dorfbewohnern Tee zu trinken und zu plaudern. Obwohl sie in sehr einfachen Verhältnissen leben, beeindrucken diese Menschen mich mit ihrer großen Gastfreundschaft. Indienliebhaber, die sich für verschieden Kulturen und Ethnien interessieren, kann ich einen Besuch von Gujarat sehr ans Herz legen.

Stufenbrunnen, Ahmedabad, Indien Rundreise
Rani ki Vav Patan, Indien Rundreise

Mumbais buntes Treiben

Für mich endet meine Zeit hier in Rajkot, von wo aus mich meine Reise in die riesige Metropole Mumbai führt – ein deutliches Kontrastprogramm. Auch hier widme ich mich der Erkundung des Alltagslebens: Am Morgen bringt mein Reiseleiter mich zu einem Bahnhof, wo ich die Dabbawallas, die den Büroangestellten Mumbai täglich ihr Mittagessen liefern, beobachte. Hinter diesem für Mumbai typischen Service steht eine ausgeklügelte Logistik, die auch hier an diesem „Umschlagplatz“ deutlich wird. Ähnlich geschäftig geht es in der Großwäscherei Dhobi Ghat zu, wo ich von einer Treppe aus das emsige Treiben der Wäscher beobachte.

Bei weit über 10 Millionen Einwohnern ist in Mumbai immer etwas los. So erlebe ich hier – noch immer im Zeichen des Durga-Festes, das mich während meiner Reise begleitet – ein Open-Air Konzert, bei dem die jüngere Generation im Bollywood-Stil tanzt. Der Kontrast zu den traditionellen Schreittänzen, die ich vor einem Tempel in Gujarat beobachtet hab, könnte kaum größer sein.

Noch mehr von der Sportbegeisterung der Inder erlebe ich beim Besuch einer Mallakambh-Trainingsstunde unter der Leitung von dem legendären Uday Deshpande. Bei dieser Disziplin erfordern die akrobatischen Übungen an Seilen und Stangen höchste Konzentration. Manche Vierjährige turnen bereits so geschickt in der Vertikalen, als hätten sie nie etwas anderes getan.

Ghobi Ghat, Mumbai, Indien Rundreise

Auch wenn ich dabei fest auf dem Boden bleibe: Am Ende meiner Reise widme ich mich dem Yoga. Im Shreyas Retreat inmitten der südindischen Natur weckt mich am Morgen Vogelgesang. Meine Tage verbringe ich mit Yoga, Meditation und vegetarischer Küche. Bereits nach wenigen Tagen fühlt sich mein Kopf so frei an wie lange nicht mehr. Ich freue mich bereits jetzt auf die nächste Reise nach Indien.

Mit meiner persönlichen Traumreise in das facettenreiche Land Indien erleben Sie die Farben Rajasthans in Kombination mit dem faszinierenden Varanasi. Die Insiderreise finden Sie hier.
 

Individuelle Indien Reisen

Wir beraten Sie gerne persönlich.

+49 (0) 89-127091-0

Mo - Fr von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr | Sa von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Bitte vereinbaren Sie einen Termin. Gerne außerhalb der Geschäftszeiten.