Was ist Ayurveda?

Was ist Ayurveda?

Das Wichtigste über die indische Heilkunst

Der Begriff Ayurveda ist momentan in aller Munde: Es gibt zahlreiche Einrichtungen, die vedische Ernährung, Heilverfahren oder Yoga anbieten. Doch was genau bedeutet Ayurveda eigentlich und woher stammt dieser Begriff?

Begriffserklärung

Ayurveda ist eine traditionelle Heilkunst aus Indien, welche bis heute auch in Nepal und Sri Lanka weit verbreitet ist. Das Wort Ayurveda  setzt sich aus „Ayus“, was Leben bedeutet und „Veda“ zusammen, das Wissen bzw. Wissenschaft bedeutet. Somit kann man Ayurveda als die „Wissenschaft vom Leben“ übersetzen. 

Kern der vedischen Heilkunst ist Körper, Geist und Seele des Menschen als Einheit zu betrachten. Das bedeutet, dass nicht nur einzelne Organe oder Körperteile sondern immer das Wohlbefinden des ganzen Menschen in Bezug auf seine Gesundheit, die Natur und die Umwelt im Mittelpunkt steht. Somit ist Ayurveda im Gegensatz zu vielen westlichen Gesundheitssystemen ein ganzheitliches Lebenskonzept. Zentrale Elemente der vedischen Heilkunde sind Massagen, Ernährungslehre, Yoga und Pflanzenheilkunde.

Geschichte

Ayurveda gilt als das älteste überlieferte Gesundheitssystem und hat seine Wurzeln in der vedischen Hochkultur Altindiens vor etwa 5.000 Jahren. Die alten Meister erkannten schon früh die Zusammenhänge körperlicher und geistiger Gesundheit mit Ernährung sowie die Wirkung bestimmter Heilkräuter und Spiritualität. Ziel war nicht nur die Behandlung von Krankheiten, sondern auch die Vorbeugung. 

Anfangs wurde das komplexe Wissen nur mündlich überliefert. Die ältesten schriftlichen Aufzeichnungen der vedischen Lehre sind etwa  3.000 Jahre alt. In Indien war Ayurveda als Heilkunst fast 150 Jahre lang verboten, wodurch zahlreiche Aspekte verloren gegangen sind. In Sri Lanka wurde die vedische Heilkunst jedoch lückenlos praktiziert und gelehrt, weshalb der Inselstaat heute das einzige Land der Erde ist, das Ayurveda als komplettes Gesundheitssystem staatlich anbietet.

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Vor allem in Indien und Sri Lanka wird Ayurveda als Heilmethode auch wissenschaftlich vermittelt und akzeptiert. Das Studium zum Ayurveda-Arzt dauert fünfeinhalb Jahre und beinhaltet ein praktisches Jahr sowie ein Staatsexamen.

Doshas – die drei grundlegenden Prinzipien

Die Ayurveda-Philosophie baut auf die Kraft der Natur und ihre Elemente: Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum. Aus diesem ganzheitlichen Ansatz leitet sich die sogenannte Dosha-Lehre ab. Jedes Dosha ist eine Kombination aus den Elementen der Natur und hat bestimmte Eigenschaften, die sich in Körper und Geist wieder spiegeln. Diese drei Doshas gibt es:

Dosha

Vata
Pitta
Kapha

Elemente

Raum & Luft
Feuer & Wasser
Erde & Wasser

Funktion

Bewegungsprinzip
Feuer- bzw. Stoffwechselprinzip
Struktur-Prinzip

In einem gesunden Organismus ergänzen sich die drei Doshas und bilden ein harmonisches Gleichgewicht. Für die Behandlung ist es wichtig im Vorfeld festzustellen, welche Doshas bei einem Menschen am stärksten ausgeprägt sind. Daraus leitet sich folgendes ab:

  • Vata: Das Bewegungsprinzip Vata ist unter anderem für die Bewegungsabläufe im Körper sowie die Wachheit und die Atmung verantwortlich. In der heutigen Zeit kommt dies besonders schnell aus dem Gleichgewicht, weshalb Vata-Menschen sich schnell gestresst fühlen.
  • Pitta: Hinter Pitta verbirgt sich das Stoffwechselprinzip, das zum Beispiel für die Verdauung, Hunger, Durst und die Wärmeproduktion verantwortlich ist. Pitta-Menschen sind oft sehr schnell reizbar und impulsiv. Deshalb ist es für sie wichtig, sich Zeit für Ruhe und Entspannung einzuräumen.
  • Kapha: Das Struktur-Prinzip Kapha sorgt für Stabilität und verleiht dem Körper Kraft, Wachstum und Ausdauer. Zudem ist es verantwortlich für die Beschaffenheit der Knochen, Zähne und Nägel. Wenn das Kapha aus dem Gleichgewicht gerät, neigen die Menschen zu Trägheit und Müdigkeit.


Ergänzend zu den drei Doshas gibt es noch Mischtypen wie Vata Pitta oder Kapha Vata, bei denen mehrere Doshas stark ausgeprägt sind.

Die zentralen Elemente des Ayurveda

Ernährung

Um dem Ungleichgewicht im Körper entgegen zu wirken ist im Ayurveda die Ernährung ein wichtiger Faktor. Nahrung wird als Medizin verstanden und kann in der richtigen Kombination und Menge gesund machen und den Körper entgiften. Kern ist eine ausgewogene Ernährung im ayurvedischen Sinne. Das bedeutet, dass bei den Mahlzeiten alle fünf Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig, scharf und bitter kombiniert werden sollten. Zudem soll nach Ayurveda, dass Essen immer gemeinsam mit anderen Menschen eingenommen werden und es soll in aller Ruhe ohne jegliche Ablenkung gegessen werden.

Pflanzenheilkunde

Einhergehend mit der Ernährung spielen im Ayurveda auch Gewürze bzw. Heilpflanzen eine große Rolle. Die traditionelle indische Lehre geht davon aus, dass sich Heilpflanzen nicht nur auf den Körper und die Gesundheit, sondern auch auf die Seele auswirken.  Die zehn wichtigsten Gewürze der ayurvedischen Küche sind Ingwer, Muskat, Koriander, Safran, Zimt, Nelken, Pfeffer, Kardamon, Kurkuma und Kreuzkümmel. Die in den Gewürzen enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe stärken nachweislich das Abwehrsystem.

Ölmassagen

Auch Ölmassagen dienen im Ayurveda dazu das Ungleichgewicht im Energiehaushalt wieder herzustellen. Die sogenannte Abyhanga ist eine Ganzkörpermassage und bedeutet so viel wie „Einsalben“. Daher wird bei der Massage reichlich warmes Öl verwendet und mit langen Streichbewegungen einmassiert. Die Pflanzenöle werden je nach Patient zusammengestellt und beinhalten verschiedene heilende Kräuter. Abschluss jeder Massage ist der Stirnguss, bei dem ein wohltuender Strahl des warmen Öls auf die Stirn gegossen wird.

Yoga

Ayurveda und Yoga finden beide ihre Wurzeln tief in der vedischen Kultur. Der ganzheitliche Ansatz des Ayurveda beinhaltet auch die Bewegung, Atemübungen und Meditationen, welchen durch Yoga Ausdruck verliehen wird. Yoga strebt die Einheit von Körper und Geist an und ist daher die perfekte Ergänzung zum Ayurveda. Andersherum ergänzt die ayurvedische Ernährung die Yogapraxis perfekt, denn Yoga führt zur Selbsterkenntnis und Ayurveda zur Selbstheilung. Somit werden Yoga und Ayurveda zu einer unzertrennlichen Einheit.

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Ayurveda im Alltag

Im Mittelpunkt der vedischen Lehre steht nicht nur die Vermittlung von theoretischem Wissen, sondern auch die Weitergabe praktischer Tipps für den Alltag. Je nach Dosha eignen sich hier verschiedene Rituale, die ohne viel Aufwand in den Alltag eingebunden werden können:

  • Warmes Wasser: Ein Glas warmes Wasser morgens vor dem Frühstück regt die Verdauung an und kann durch einen Schuss Zitrone, Ingwer oder Sesamöl noch verfeinert werden.
  • Ingwer: Es wird empfohlen etwa zehn bis dreißig Minuten nach den Mahlzeiten ein paar dünne Scheiben Ingwer zu sich zu nehmen. Je nach Geschmack können diese mit Salz oder Zitronensaft verfeinert werden. Insbesondere nach schweren Mahlzeiten fördert dies die Verdauung.
  • Ölziehen: Hierzu werden etwa ein bis zwei Esslöffel Öl, zum Beispiel Sesam- oder Kokosöl, für etwa fünf bis zehn Minuten in den Mund genommen und damit gespült. So werden Bakterien in der Mundschleimhaut reduziert, Karies vorgebeugt und das Zahnfleisch gestärkt.

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